Was ist eigentlich Zusammenarbeit?

An allen Ecken und Enden hört man, dass die Fähigkeit und der Wille zur Zusammenarbeit eine der wichtigsten Kompetenzen in unserer heutigen und zukünftigen Arbeitswelt ist. Doch was heisst Zusammenarbeit überhaupt?

Zuerst gilt es, Kooperation und Kollaboration zu unterscheiden. Jeder kennt es: Es gibt ein gemeinsames Projekt, jeder erhält eine Aufgabe, und in ein paar Wochen setzt man sich zusammen und macht aus den Puzzleteilen ein Bild. Diese Form der Zusammenarbeit entspricht der Kooperation. Erst, wenn die einzelnen Aufgaben gegenseitige Abhängigkeiten voneinander zeigen (sogenannte Interdependenzen), wird die Zusammenarbeit zur Kollaboration. Es ist also in einer Kollaboration nicht möglich, sein Puzzleteil ohne Austausch mit und Unterstützung von anderen fertigzustellen.

Der Artikel «Prinzipien erfolgreicher Kollaboration» von Joana Breidenbach führt den Kollaborationsbegriff noch weiter. Sie unterscheidet dabei zwischen transaktionaler und kokreativer Kollaboration. Unter transaktionaler Kollaboration versteht sie Partnerschaften von Personen oder Unternehmen, die sich gegenseitig dabei helfen, die jeweils eigenen Ziele zu verfolgen. So verweisen zum Beispiel kleine Unternehmen gegenseitig auf die Dienste des anderen, oder ein Unternehmen fungiert als Geldgeber, während das andere dem ersteren zu guter Publicity verhilft. Dabei entsteht aber meist nichts Neues. Dafür braucht es die kokreative Kollaboration, in der lose Teile neu zusammengefügt und diverse Perspektiven vereinigt werden, um ein neues, gemeinsames Ziel zu definieren und verfolgen. Dies bedingt, sich von den eigenen Zielen zu lösen und aus dem Mix etwas viel Grösseres und Neues entstehen zu lassen. Was ist das Beste, dass wir gemeinsam kreieren können?

Um das Umfeld für kokreative Kollaboration zu schaffen, brauchen die Beteiligten eine Reihe von Kompetenzen. Nebst einem systemischen Denken gehören dazu vor allem auch Wahrnehmungungs- und Reflexionskompetenzen. Man muss sich selbst genügend kennen, um zu wissen, was man zur grossen gemeinsamen Sache beitragen kann und welche Bedingungen man dafür benötigt. Darüber hinaus ist es essentiell, sich selbst gut auszudrücken, die Bedürfnisse der anderen Beteiligten wahrzunehmen und die Zusammenarbeit aus einer neutralen Warte reflektieren und dank Bewusstsein eigener Vorbehalte und Reaktionsmuster verbessern zu können.

Danke an Sonia Coiro, dank der ich auf den Artikel aufmerksam wurde.